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Ratgeber · Demenz

Tagespflege oder 24-Stunden-Betreuung bei Demenz: Was passt zu Ihrer Familie?

Beraterin bespricht mit einer Angehörigen am Esstisch die Betreuung für ihre Mutter

Kurz gesagt: Die Tagespflege reicht, wenn Ihr Angehöriger nachts allein zurechtkommt und die Familie tagsüber nur eine Pause braucht. Wenn jemand rund um die Uhr da sein muss, ist eine Betreuungskraft im Haushalt die bessere Lösung. Viele Familien kombinieren beides.

Was leistet die Tagespflege bei Demenz?

In der Tagespflege verbringt Ihr Angehöriger einzelne Tage oder die ganze Woche in einer Gruppe. Es gibt feste Abläufe, gemeinsame Mahlzeiten, Bewegung und Beschäftigung. Das gibt Struktur und Kontakt zu anderen Menschen. Morgens holt meist ein Fahrdienst ab und bringt am Nachmittag wieder nach Hause. Für Angehörige bedeutet das planbare freie Zeit, zum Beispiel für die Arbeit oder für Arzttermine.

Wo die Tagespflege an ihre Grenzen kommt

Eine Tagespflege endet am späten Nachmittag. Danach, nachts und am Wochenende, sind Sie wieder allein zuständig. Bei Demenz wird das oft zum Problem: Viele Betroffene sind abends oder nachts unruhig, laufen los oder erkennen die Wohnung nicht mehr. Auch der Wechsel zwischen Zuhause und Gruppe fällt manchen Menschen mit Demenz schwer. Wenn Sie merken, dass Sie nachts kaum noch schlafen, reicht die Tagespflege allein nicht mehr aus.

Was die 24-Stunden-Betreuung zusätzlich bietet

Eine Betreuungskraft lebt im Haushalt und ist tagsüber und nachts als feste Bezugsperson da. Sie kocht, hilft im Alltag, begleitet zu Spaziergängen und gibt Orientierung in vertrauter Umgebung. Das ist bei Demenz oft entscheidend, weil sich Ihr Angehöriger nicht auf neue Menschen und neue Orte einstellen muss. Medizinische Aufgaben wie Medikamente oder Verbandswechsel übernimmt ein zugelassener Pflegedienst, nicht die Betreuungskraft. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber 24-Stunden-Pflege bei Demenz.

Betreuungskraft schenkt einer Seniorin im Wohnzimmer Tee ein

Beides kombinieren

Viele Familien nutzen die Betreuungskraft im Alltag und buchen zusätzlich ein bis zwei Tage Tagespflege pro Woche. So bekommt Ihr Angehöriger Abwechslung und soziale Kontakte, und die Betreuungskraft hat an diesen Tagen Zeit für sich. Wichtig ist, die Tage so zu legen, dass der Wochenablauf gleich bleibt. Menschen mit Demenz kommen mit festen Rhythmen am besten zurecht.

Was zahlt die Pflegekasse?

Für die Tagespflege gibt es ab Pflegegrad 2 ein eigenes Budget, das nicht vom Pflegegeld abgezogen wird:

  • Pflegegrad 2: 721 € im Monat
  • Pflegegrad 3: 1.357 € im Monat
  • Pflegegrad 4: 1.685 € im Monat
  • Pflegegrad 5: 2.085 € im Monat

Das Pflegegeld bekommen Sie zusätzlich. Wie Sie die Leistungen der Pflegekasse einsetzen, erklären wir in 24-Stunden-Pflege und Pflegekasse. Wenn Sie selbst eine Auszeit brauchen, hilft die Verhinderungspflege.

So entscheiden Sie

Diese Fragen helfen bei der Entscheidung:

  • Ist Ihr Angehöriger nachts unruhig oder verlässt die Wohnung?
  • Kann er oder sie ein paar Stunden allein bleiben?
  • Wer ist abends und am Wochenende da?
  • Wie viel Kraft haben Sie selbst noch?

Wenn Sie mehrere Fragen mit Sorge beantworten, lohnt ein Gespräch über eine Betreuungskraft im Haushalt. Die Pflegekasse und viele Städte bieten dazu kostenlose Pflegeberatung an.

Häufige Fragen

Kann man Tagespflege und 24-Stunden-Betreuung gleichzeitig nutzen?

Ja. Das Budget der Tagespflege wird zusätzlich zum Pflegegeld gezahlt. An den Tagen in der Tagespflege hat die Betreuungskraft frei und kann durchatmen.

Ab welchem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse die Tagespflege?

Ab Pflegegrad 2. Das Budget richtet sich nach dem Pflegegrad und liegt zwischen 721 € und 2.085 € im Monat.

Gibt es auch Nachtpflege für Menschen mit Demenz?

Ja, Nachtpflege gibt es in manchen Einrichtungen. Sie wird über dasselbe Budget wie die Tagespflege abgerechnet. Fragen Sie bei Einrichtungen in Ihrer Nähe nach, das Angebot ist nicht überall vorhanden.

Was muss ich in der Tagespflege selbst bezahlen?

Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten zahlt die Familie selbst. Dafür kann der Entlastungsbetrag von 131 € im Monat eingesetzt werden.

Der nächste Schritt

Sie möchten wissen, welche Lösung zu Ihrer Familie passt? Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir Ihre Situation und Sie erhalten ein individuelles Angebot. Jetzt kostenlos beraten lassen.

Stand: Oktober 2026. Quellen: § 41 SGB XI (Tagespflege), § 45b SGB XI (Entlastungsbetrag), § 37 SGB XI (Pflegegeld).

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