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Ratgeber · Kosten

24-Stunden-Pflege zuhause: Was kostet die Betreuung?

Eine Tochter spricht mit ihrer Mutter am Küchentisch über Betreuung zuhause

Wer nach 24-Stunden-Pflege zuhause Kosten sucht, möchte meistens zuerst wissen, ob diese Lösung für die eigene Familie überhaupt realistisch ist. Die ehrliche Antwort: Es gibt keinen einheitlichen Pauschalpreis. Der monatliche Aufwand hängt davon ab, welche Unterstützung Ihr Angehöriger im Alltag braucht.

Welche Faktoren bestimmen die Kosten?

Entscheidend sind unter anderem der Betreuungsbedarf, die gewünschten Deutschkenntnisse, der Umfang der Aufgaben und besondere Anforderungen wie Demenz, Parkinson oder die Betreuung von zwei Personen im Haushalt. Auch die Organisation der Anreise und die konkrete Situation der Familie spielen eine Rolle. Ausführlich erklären wir das im Ratgeber Kostenfaktoren der 24-Stunden-Betreuung.

Was zahlt die Pflegekasse bei der 24-Stunden-Pflege?

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten einer 24-Stunden-Pflege nicht komplett. Viele Familien können aber einen großen Teil mitfinanzieren. Die wichtigste Leistung ist das Pflegegeld. Es wird ab Pflegegrad 2 jeden Monat ausgezahlt und kann frei verwendet werden, also auch für eine Betreuungskraft zu Hause.

Pflegegeld 2026 nach Pflegegrad
PflegegradPflegegeld
Pflegegrad 2347 € pro Monat
Pflegegrad 3599 € pro Monat
Pflegegrad 4800 € pro Monat
Pflegegrad 5990 € pro Monat

Stand 2026. Die Beträge gelten seit Januar 2025 und bleiben bis Ende 2027 gleich.

Weitere Zuschüsse, die Familien oft vergessen

Entlastungsbetrag: 131 € pro Monat

Steht allen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 1 zu. Er kann für anerkannte Entlastungsangebote genutzt werden, zum Beispiel für eine Haushaltshilfe.

Entlastungsbudget: bis zu 3.539 € pro Jahr

Ab Pflegegrad 2 für Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege. Ob Sie es in Ihrer Situation nutzen können, klären Sie am besten direkt mit Ihrer Pflegekasse.

Steuerermäßigung: bis zu 4.000 € pro Jahr

Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie in der Steuererklärung angeben. 20 Prozent der Kosten werden direkt von der Steuer abgezogen, höchstens 4.000 € im Jahr (§ 35a EStG). Mehr dazu: 24-Stunden-Pflege steuerlich absetzen.

Hilfe zur Pflege vom Sozialamt

Reichen Rente und Ersparnisse nicht aus, können Sie beim Sozialamt „Hilfe zur Pflege“ beantragen. Wie das geht: Wann zahlt das Sozialamt?

Noch kein Pflegegrad? Dann ist der Antrag der erste Schritt. Wie das geht, erklären wir hier: Pflegegrad beantragen, Schritt für Schritt.

Kommt Ihr Angehöriger gerade aus dem Krankenhaus nach Hause? Dann lesen Sie, wie der Übergang gelingt: 24-Stunden-Pflege nach dem Krankenhausaufenthalt.

Was ist im Angebot enthalten?

Im Erstgespräch besprechen wir die Situation, den Tagesablauf und die gewünschte Unterstützung. Danach erhalten Sie ein individuelles Angebot. MD Solutions vermittelt Betreuungskräfte für Alltag, Haushalt, Gesellschaft und Grundpflege. Medizinische Behandlungspflege gehört nicht zu dieser Betreuung.

Alle Leistungen der Pflegekasse auf einen Blick

Neben dem Pflegegeld gibt es weitere monatliche Budgets. Welche davon Sie nutzen können, hängt davon ab, wer die Pflege übernimmt.

Monatliche Leistungen 2026
PflegegradPflegegeldPflegesachleistungTagespflege
Pflegegrad 2347 €796 €721 €
Pflegegrad 3599 €1.497 €1.357 €
Pflegegrad 4800 €1.859 €1.685 €
Pflegegrad 5990 €2.299 €2.085 €

Das Pflegegeld bekommen Sie, wenn Familie, Freunde oder eine Betreuungskraft die Unterstützung zu Hause übernehmen. Die Pflegesachleistung ist für einen zugelassenen ambulanten Pflegedienst gedacht. Die Tagespflege ist ein eigenes Budget und wird nicht vom Pflegegeld abgezogen.

Pflegegeld und Pflegedienst kombinieren

Viele Familien kombinieren beides: Die Betreuungskraft lebt im Haushalt, und ein Pflegedienst kommt für medizinische Aufgaben. Das heißt Kombinationsleistung. Das Pflegegeld wird dann anteilig ausgezahlt.

Ein Beispiel bei Pflegegrad 3: Der Pflegedienst nutzt 40 Prozent der Pflegesachleistung, also 598,80 €. Dann gibt es noch 60 Prozent des Pflegegeldes, also 359,40 € im Monat. Die Pflegekasse rechnet das automatisch ab, Sie müssen nur angeben, dass Sie beides nutzen möchten.

Kleinere Zuschüsse, die sich summieren

  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch wie Einmalhandschuhe oder Bettschutzeinlagen: bis zu 42 € im Monat
  • Umbauten in der Wohnung, zum Beispiel ein bodengleiches Bad: bis zu 4.180 € je Maßnahme
  • Ein Hausnotruf kann von der Pflegekasse bezuschusst werden

Diese Leistungen werden oft vergessen, obwohl sie jedem mit Pflegegrad zustehen. Fragen Sie bei Ihrer Pflegekasse gezielt danach.

Beispiel: Was kann im Jahr zusammenkommen?

Ein Beispiel für eine Mutter mit Pflegegrad 3, die von einer Betreuungskraft zu Hause unterstützt wird:

  • Pflegegeld: 599 € mal 12 Monate, also 7.188 € im Jahr
  • Pflegehilfsmittel: bis zu 504 € im Jahr
  • Steuerermäßigung nach § 35a EStG: je nach Kosten bis zu 4.000 € im Jahr
  • dazu bei Bedarf das Entlastungsbudget von bis zu 3.539 € im Jahr und der Zuschuss für Umbauten

So kommen schnell über 11.000 € im Jahr zusammen, ohne Umbauten und Entlastungsbudget. Das ist kein Ersatz für ein Angebot, aber es zeigt, wie viel Unterstützung Familien oft nicht kennen. Wie hoch die Kosten der Betreuung selbst sind, besprechen wir im kostenlosen Erstgespräch.

So bereiten Sie das Gespräch mit der Pflegekasse vor

  • Bescheid über den Pflegegrad bereitlegen
  • Notieren, wer heute welche Hilfe übernimmt
  • Fragen: Welche Leistungen stehen uns zu, die wir noch nicht nutzen?
  • Nach Pflegehilfsmitteln, Wohnraumanpassung und Pflegeberatung fragen
  • Alles schriftlich bestätigen lassen

Wie Antrag, Begutachtung und Bescheid ablaufen, erklären wir unter 24-Stunden-Pflege und Pflegekasse: Antrag und Ablauf.

Wenn die Mittel trotz allem nicht reichen, hilft das Sozialamt: Wann zahlt das Sozialamt? Bei Demenz gibt es zusätzliche Möglichkeiten, die wir unter 24-Stunden-Pflege bei Demenz erklären.

Häufige Fragen zu den Kosten

Was kostet eine 24-Stunden-Pflege zu Hause?

Es gibt keinen Pauschalpreis. Die Kosten hängen vom Betreuungsbedarf, den gewünschten Deutschkenntnissen und den Aufgaben im Alltag ab. Im kostenlosen Erstgespräch erhalten Sie ein individuelles Angebot.

Übernimmt die Pflegekasse die Kosten für die 24-Stunden-Pflege?

Nicht komplett. Ab Pflegegrad 2 zahlt die Pflegekasse Pflegegeld zwischen 347 € und 990 € pro Monat. Dieses Geld können Sie frei für die Betreuung zu Hause einsetzen.

Wie viel Pflegegeld gibt es bei Pflegegrad 3?

Bei Pflegegrad 3 beträgt das Pflegegeld 599 € pro Monat (Stand 2026). Bei Pflegegrad 4 sind es 800 €, bei Pflegegrad 5 sind es 990 €.

Kann ich die Kosten von der Steuer absetzen?

Ja. Als haushaltsnahe Dienstleistung können 20 Prozent der Kosten von der Steuer abgezogen werden, höchstens 4.000 € pro Jahr.

Was tun, wenn noch kein Pflegegrad vorhanden ist?

Stellen Sie einen Antrag bei der Pflegekasse. Danach kommt ein Gutachter zu Ihnen nach Hause und prüft, wie viel Unterstützung gebraucht wird.

Kann man Pflegegeld und Pflegedienst gleichzeitig nutzen?

Ja, das heißt Kombinationsleistung. Nutzt der Pflegedienst zum Beispiel 40 Prozent der Pflegesachleistung, bekommen Sie noch 60 Prozent des Pflegegeldes ausgezahlt.

Welche Zuschüsse gibt es neben dem Pflegegeld?

Unter anderem den Entlastungsbetrag von 131 € im Monat, Pflegehilfsmittel bis 42 € im Monat, bis zu 4.180 € für Umbauten, das Tagespflege-Budget und die Steuerermäßigung von bis zu 4.000 € im Jahr.

Der nächste Schritt

Wenn Sie wissen möchten, welche Lösung zu Ihrer Familie passt, können Sie kostenlos und unverbindlich mit uns sprechen. Lesen Sie auch unsere regionale Übersicht für 24-Stunden-Pflege in NRW oder 24-Stunden-Betreuung in Bayern.

Stand: Oktober 2026. Quellen: Bundesgesundheitsministerium: Pflegegeld, § 37 SGB XI (Pflegegeld), § 45b SGB XI (Entlastungsbetrag), § 36 SGB XI (Pflegesachleistung), § 38 SGB XI (Kombinationsleistung), § 40 SGB XI (Pflegehilfsmittel, Wohnumfeld), § 41 SGB XI (Tagespflege).

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Ein unverbindliches Gespräch reicht als erster Schritt.

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