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Ratgeber · Parkinson

24-Stunden-Betreuung bei Parkinson: Halt für den Alltag zuhause

Betreuungskraft im ruhigen Gespräch mit einem Senior im Wohnzimmer

Parkinson verändert den Alltag meist langsam, über Jahre. Viele Betroffene kommen lange gut zuhause zurecht, brauchen aber mit der Zeit mehr Unterstützung bei einfachen Dingen wie Anziehen, Gehen oder der Einnahme der Medikamente. Eine Betreuungskraft, die mit im Haushalt lebt, kann genau hier ansetzen und den gewohnten Alltag so lange wie möglich erhalten. Hier erfahren Sie, was eine 24-Stunden-Betreuung bei Parkinson leisten kann und wo ihre Grenzen liegen.

Wie sich Parkinson im Alltag zeigt

Der Unterstützungsbedarf entsteht nicht durch die Diagnose selbst, sondern durch die Einschränkungen, die sie mit sich bringt. Typisch sind:

  • Verlangsamte, kleinere Bewegungen und Schwierigkeiten, eine Bewegung überhaupt zu beginnen
  • Gangunsicherheit und ein erhöhtes Risiko zu stürzen
  • Schluckbeschwerden, die beim Essen und Trinken Vorsicht erfordern
  • Unterstützungsbedarf in der Nacht, etwa beim Aufstehen oder Drehen im Bett
  • Schwankungen im Tagesverlauf, je nachdem, wie gut die Medikamente gerade wirken

Was übernimmt die Betreuungskraft?

  • Erinnerung an Medikamente zu den vereinbarten, immer gleichen Zeiten, denn bei Parkinson zählt oft jede Viertelstunde
  • Begleitung beim Gehen und bei kleinen Wegen in der Wohnung, um Stürze zu vermeiden
  • Hilfe beim Anziehen, bei der Körperpflege und beim Essen, wenn das Schlucken vorsichtig erfolgen muss
  • Ein ruhiger, gleichbleibender Tagesablauf, der Sicherheit gibt
  • Gesellschaft, Gespräche und Begleitung zu Arztterminen

Medizinische Behandlungspflege, zum Beispiel Injektionen oder die Anpassung der Medikamentendosis, übernimmt ein zugelassener Pflegedienst gemeinsam mit dem behandelnden Arzt.

Wo liegen die Grenzen?

Auch eine Betreuungskraft braucht Pausen und Nachtruhe. Wenn nächtliche Stürze, starke Schluckprobleme oder plötzliche Verschlechterungen häufiger werden, sprechen wir das im Erstgespräch offen an. Physiotherapie und Logopädie bleiben eigenständige, ärztlich verordnete Leistungen, die die Betreuung zuhause sinnvoll ergänzen, sie aber nicht ersetzen.

Pflegeberaterin erklärt einer Tochter die Einstufung des Pflegegrads bei Parkinson

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

  • Erfahrung mit Parkinson und Geduld bei langsamen Bewegungen
  • Zuverlässigkeit bei festen Medikamentenzeiten
  • Gute Deutschkenntnisse für den Austausch mit Arzt und Pflegedienst
  • Ein ruhiger, aufmerksamer Umgang, besonders an Tagen mit stärkeren Symptomen

Eine ausführliche Checkliste für die Auswahl finden Sie unter Betreuungskraft auswählen: Worauf Sie achten sollten.

Welcher Pflegegrad bei Parkinson?

Es gibt keinen festen Pflegegrad für Parkinson. Bei der Begutachtung zählt, wie selbstständig der Alltag noch gelingt, zum Beispiel beim Waschen, Anziehen oder Bewegen in der Wohnung. Je nach Verlauf der Erkrankung wird häufig ein Pflegegrad anerkannt. Ohne Antrag gibt es keinen Pflegegrad, deshalb lohnt sich ein früher Start. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Ratgeber Pflegegrad beantragen, und wie die Pflegekasse danach entscheidet, lesen Sie unter Pflegekasse: Antrag und Ablauf.

Sicherheit zuhause

  • Rutschfeste Böden, Teppiche und Kabel als Stolperfallen entfernen
  • Haltegriffe im Bad und auf dem Weg zur Toilette
  • Gute Beleuchtung, auch nachts
  • Ein Hausnotruf für den Fall eines Sturzes

Für Umbauten wie ein bodengleiches Bad oder feste Haltegriffe zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 4.180 € je Maßnahme. Der Antrag muss vor dem Umbau gestellt werden.

Zuschüsse und Pflegegeld 2026

Ab Pflegegrad 2 zahlt die Pflegekasse monatlich Pflegegeld: 347 € bei Pflegegrad 2, 599 € bei Pflegegrad 3, 800 € bei Pflegegrad 4 und 990 € bei Pflegegrad 5. Dazu kommen der Entlastungsbetrag von 131 € im Monat und das Entlastungsbudget von 3.539 € im Jahr für Verhinderungspflege. Einen Teil der Kosten können Sie außerdem über § 35a steuerlich absetzen, bis zu 4.000 € im Jahr.

Eine vollständige Übersicht aller Beträge finden Sie unter Kosten und Zuschüsse der 24-Stunden-Pflege.

Häufige Fragen

Braucht man bei Parkinson automatisch einen Pflegegrad?

Nein. Entscheidend ist nicht die Diagnose, sondern wie stark der Alltag dadurch eingeschränkt ist. Bei der Begutachtung zählen zum Beispiel Waschen, Anziehen und Bewegen in der Wohnung.

Darf die Betreuungskraft bei Parkinson Medikamente geben?

Sie kann an feste Einnahmezeiten erinnern und vorbereitete Medikamente reichen. Spritzen oder die Anpassung der Dosierung übernimmt ein zugelassener Pflegedienst zusammen mit dem Arzt.

Wie hilft eine Betreuungskraft bei der Sturzgefahr?

Sie begleitet beim Gehen, bleibt in der Nähe und hilft, die Wohnung sicherer zu machen. Physiotherapie bleibt eine eigenständige, ärztlich verordnete Leistung und ergänzt die Betreuung sinnvoll.

Was passiert, wenn sich der Zustand verschlechtert?

Das besprechen wir offen im Erstgespräch. Oft hilft eine Höherstufung des Pflegegrads, dazu kann ein Pflegedienst für medizinische Aufgaben hinzukommen.

Welche Zuschüsse gibt es bei Parkinson?

Ab Pflegegrad 2 zahlt die Pflegekasse monatlich Pflegegeld, dazu kommen der Entlastungsbetrag und das Entlastungsbudget. Ein Teil der Kosten lässt sich zusätzlich steuerlich absetzen.

Der nächste Schritt

Jede Parkinson-Erkrankung verläuft anders. Im kostenlosen Erstgespräch hören wir uns Ihre Situation an und erstellen ein individuelles Angebot. Jetzt kostenlos beraten lassen.

Stand: Oktober 2026. Quellen: Bundesgesundheitsministerium: Leistungen der Pflegeversicherung, § 37 SGB XI (Pflegegeld), § 45b SGB XI (Entlastungsbetrag), § 40 SGB XI (Wohnumfeldverbesserung), § 35a EStG.

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