24-Stunden-Pflege nach dem Krankenhausaufenthalt: Der Übergang nach Hause
Der Anruf aus dem Krankenhaus kommt oft überraschend: Ihr Angehöriger wird in wenigen Tagen entlassen, kann sich aber noch nicht allein versorgen. Viele Familien stehen dann vor der Frage, wie die Betreuung zu Hause sofort organisiert werden kann, noch bevor ein Pflegegrad vorliegt. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt und wie der Übergang gut gelingt.
Warum die Zeit nach dem Krankenhaus besonders schwierig ist
- Die Vorlaufzeit bis zur Entlassung ist oft kurz.
- Der Sozialdienst im Krankenhaus hat meist wenig Zeit für eine ausführliche Beratung.
- Ein Pflegegrad liegt häufig noch nicht vor oder der Antrag ist noch nicht bearbeitet.
- Angehörige wohnen weit weg oder sind selbst berufstätig.
- Nach einer Operation oder einem längeren Krankenhausaufenthalt ist die Mobilität oft eingeschränkt.
Was die Betreuungskraft in dieser Phase übernimmt
- Unterstützung beim Aufstehen, Gehen und der Körperpflege in den ersten Wochen
- Erinnerung an Medikamente nach dem Plan des Krankenhauses
- Begleitung zu Nachsorgeterminen und zur Physiotherapie
- Zubereitung leichter, angepasster Mahlzeiten und Haushalt
- Gesellschaft und ein aufmerksames Auge, auch nachts
Medizinische Behandlungspflege, zum Beispiel Wundversorgung, Verbandswechsel oder Injektionen, übernimmt ein zugelassener Pflegedienst. Beides lässt sich gut kombinieren.
Wie schnell kann die Betreuungskraft einziehen?
Für eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause ist zunächst kein Pflegegrad nötig, denn sie wird privat organisiert. Das macht einen zügigen Start möglich, oft noch bevor der Antrag bei der Pflegekasse abgeschlossen ist. Im Erstgespräch klären wir Ihre Situation und den voraussichtlichen Entlassungstermin, damit die Betreuungskraft rechtzeitig da ist, wenn Ihr Angehöriger nach Hause kommt.
Übergangspflege im Krankenhaus: Hilfe für die ersten Tage
Wenn die Entlassung ansteht, die Versorgung zu Hause aber noch nicht organisiert ist, gibt es die Übergangspflege nach § 39e SGB V. Sie findet noch im Krankenhaus statt und dauert höchstens zehn Tage je Krankenhausbehandlung. Die Krankenkasse übernimmt dabei unter anderem Unterkunft, Verpflegung, die weitere Grundpflege und das Entlassmanagement. Erwachsene zahlen pro Tag 10 € dazu, jährlich jedoch höchstens für 28 Tage. Ein Pflegegrad ist für die Übergangspflege nicht erforderlich.
Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad
Reicht die Übergangspflege im Krankenhaus nicht aus, kommt für manche Familien die Kurzzeitpflege nach § 39c SGB V infrage. Sie gilt für eine Übergangszeit von bis zu acht Wochen und wird von der Krankenkasse getragen, auch wenn noch keine Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde. Sie findet in einer stationären Einrichtung statt und kann die Zeit überbrücken, bis die 24-Stunden-Betreuung zu Hause startet oder ein Pflegegrad vorliegt.
Was passiert mit dem Pflegegrad?
Parallel zur Organisation der Betreuung lohnt sich der Antrag auf einen Pflegegrad. Er kann formlos, auch telefonisch, bei der Pflegekasse gestellt werden, bei dringendem Bedarf auch als Eilantrag direkt aus dem Krankenhaus. Wie der Antrag Schritt für Schritt funktioniert, lesen Sie hier: Pflegegrad beantragen. Sobald der Pflegegrad vorliegt, zahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 2 monatlich Pflegegeld, das Sie frei für die Betreuung zu Hause einsetzen können. Alle Beträge finden Sie hier: Kosten und Pflegegeld 2026. Reichen Rente und Ersparnisse nicht aus, kann außerdem das Sozialamt einspringen, mehr dazu unter Wann zahlt das Sozialamt?.
Häufige Fragen
Wie schnell kann eine Betreuungskraft nach dem Krankenhaus kommen?
Das hängt von der Verfügbarkeit und der Reiseorganisation ab. Da für den Start keine Genehmigung der Pflegekasse nötig ist, sprechen wir im Erstgespräch möglichst früh, damit die Betreuungskraft rechtzeitig zur Entlassung da ist.
Brauche ich für 24-Stunden-Betreuung nach dem Krankenhaus einen Pflegegrad?
Nein, für den Start der Betreuung zu Hause ist kein Pflegegrad nötig, da sie privat organisiert wird. Ein Pflegegrad lohnt sich trotzdem, weil die Pflegekasse dann monatlich Pflegegeld zahlt.
Was ist der Unterschied zwischen Übergangspflege und 24-Stunden-Betreuung zuhause?
Die Übergangspflege nach § 39e SGB V findet für höchstens zehn Tage noch im Krankenhaus statt. Die 24-Stunden-Betreuung beginnt danach zu Hause und begleitet den Alltag Ihres Angehörigen dauerhaft.
Was übernimmt die Betreuungskraft nach einer Operation nicht?
Medizinische Behandlungspflege wie Wundversorgung, Verbandswechsel oder Injektionen übernimmt ein zugelassener Pflegedienst. Die Betreuungskraft unterstützt im Alltag und bei der Mobilisierung.
Wie beantrage ich schnell einen Pflegegrad nach dem Krankenhaus?
Rufen Sie die Pflegekasse an und schildern Sie die Situation, bei dringendem Bedarf ist ein Eilantrag möglich. Der Sozialdienst im Krankenhaus kann dabei ebenfalls unterstützen.
Der nächste Schritt
Sie möchten wissen, wie der Übergang für Ihre Familie konkret aussehen kann? Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir Ihre Situation und Sie erhalten ein individuelles Angebot. Jetzt kostenlos beraten lassen.
Stand: Oktober 2026. Quellen: § 39e SGB V (Übergangspflege), § 39c SGB V (Kurzzeitpflege).


